Mit der Eröffnung seines Spenglereibetriebes legte Josef Dellemann im Jahre 1890 in der Landecker Malserstraße den Grundstein für das Unternehmen Bestattung Dellemann, das auch heute, 120 Jahre danach, fest in Familienhand ist. Die vierte Generation führt die Bestattung mit viel Traditionsbewusstsein in die Zukunft. Die RUNDSCHAU hat die „Dellemanns“ privat in ihrem gemütlichen Zuhause besucht und mit ihnen über einen nicht einfachen Beruf gesprochen.
Zuhause heißt hier, mitten im Stadtzentrum von Landeck, ein Stock über dem Büro des Bestattungsunternehmens. Das charaktervolle Haus, in dem Urgroßvater Josef vor 120 Jahren seine Spenglerei eröffnet und zu der er ein paar Jahre darauf die Bestattung dazugenommen hatte, ist gerade ein bisschen Baustelle. Eine neue Fassade und ein neues Firmenschild signalisieren irgendwie Um- und Aufbruch. „Ja, wir geben dem Haus, dem Büro und dem Erscheinungsbild unseres Betriebes gerade ein neues Aussehen. In Kürze ist alles fertig“, bestätigt Christine Dellemann beim Öffnen der Tür.
Zusammen mit ihrem Mann Ferdinand, dem Dellemann der 4. Generation, führt sie das moderne Dienstleistungsunternehmen mit vollem Herzen und Einsatz. Das bedeutet im Klartext 24 Stunden, 365 Tage im Jahr Bereitschaft im Dienste der Menschen. Viele Anrufe kommen abends und am Wochenende: „Klar, das Privatleben hat Grenzen. Aber wir sind für die Menschen da, egal zu welcher Uhrzeit oder an welchem Tag. Es ist gerade während der ersten Tage wichtig, mit der Trauer nicht alleine zu sein und einen Ansprechpartner zu haben.“ Und schmunzelnd erzählt sie: „Es kann schon passieren, dass, wenn wir Freunde einladen, das Telefon klingelt und wir wegmüssen. Unsere Freunde kennen das schon und warten dann halt auf uns.“ Da müsse man eben Beruf und privat trennen, denn die Arbeit sei oft genug belastend, auch nach vielen Jahren: „Der Umgang mit Verstorbenen und Hinterbliebenen ist niemals Routine in unserem Haus. Weder bei uns noch bei unseren langjährigen MitarbeiterInnen, die so tolle Arbeit leisten.“ Ausgleich und Abstand zum Beruf findet Christine Dellemann im Volleyball-Sport, ihr Mann ist bei der Landecker Schützengilde und Bezirks-Schießwart der Schützenkompanie.
Auf die Frage, wie es denn für ihre drei Kinder Benjamin (19), Ferdinand jun. (12) und Andreas (11) sei, in einem Bestattungsunternehmen aufzuwachsen, antwortet Christine Dellemann entschieden: „Ganz normal. Natürlich sind unsere Kinder dem Thema Tod und Vergänglichkeit näher als andere, aber damit gab es noch nie Probleme. Wir drängen auch keinen, sich im Unternehmen zu engagieren, das muss schon freiwillig und mit voller Überzeugung passieren.“ So wie bei Ferdinand Dellemann, der gerade von einem Begräbnis zurückkehrt: „Für mich war die Bereitschaft zur Übernahme von meinem Vater Edgar und meiner Mutter Helma immer klar. 1996, einen Tag vor unserer Heirat, habe ich die Bestatterprüfung gemacht und seit 1998 führen wir zusammen den Betrieb.“